Im Oberkiefer gibt es eine anatomische Besonderheit, die bei der Implantatplanung eine wichtige Rolle spielt: die Kieferhöhle. Sie liegt direkt über dem Knochen, in dem die Seitenzähne verankert sind. Wenn sich nach einem Zahnverlust der Knochen in diesem Bereich abgebaut hat oder die Kieferhöhle von Natur aus sehr nah an die Zahnreihe heranreicht, bleibt zu wenig Knochenhöhe für ein Implantat. Der Sinuslift löst genau dieses Problem.
Bei einem Sinuslift wird der Boden der Kieferhöhle angehoben und der entstandene Raum mit Knochenmaterial aufgefüllt. So entsteht das nötige Volumen für eine sichere Implantation. In der Zahnarztpraxis & Oralchirurgie Tepe & Friesen in Stolberg-Breinig führen wir diesen Eingriff routiniert durch und begleiten Sie vor, während und nach der Behandlung engmaschig.
Es gibt zwei grundlegende Varianten. Der externe Sinuslift wird bei ausgeprägtem Knochendefizit eingesetzt. Dabei wird der Kieferhöhlenboden über einen kleinen Zugang von der Seite angehoben. Der interne Sinuslift hingegen kommt in Frage, wenn noch ausreichend Knochen vorhanden ist, jedoch etwas mehr Höhe gebraucht wird. Hier erfolgt der Zugang direkt über die Implantatbohrung. Welche Methode für Sie geeignet ist, klären wir gemeinsam nach einer gründlichen Diagnostik.
Vor einem Sinuslift ist es wichtig, dass die Kieferhöhle gesund ist. Chronische Entzündungen oder andere Erkrankungen der Nasennebenhöhlen müssen vorher behandelt werden. Rauchen erhöht das Risiko von Heilungskomplikationen erheblich und sollte idealerweise vor und nach dem Eingriff unterlassen werden. All diese Faktoren besprechen wir mit Ihnen in der Planungsphase.
Der Sinuslift ist ein bewährtes Verfahren, das seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt wird. Wenn er sorgfältig geplant und durchgeführt wird, bietet er eine zuverlässige Grundlage für Implantate, die langfristig Bestand haben. Die Einheilphase nach dem Sinuslift ist wichtig und wird von uns begleitet, damit das Knochenmaterial gut einwächst und das Implantat später richtig sitzt.
Das hängt von der Methode ab. Ein interner Sinuslift wird oft gleichzeitig mit der Implantation durchgeführt. Ein externer Sinuslift als eigenständiger Eingriff dauert in der Regel ein bis zwei Stunden, kann aber auch unter bestimmten Voraussetzungen zeitgleich mit der Implantation erfolgen.
Nach einem externen Sinuslift warten wir meist vier bis sechs Monate, bis das Knochenmaterial eingewachsen ist. Beim internen Sinuslift kann das Implantat oft sofort gesetzt werden.
Es ist ein Routineverfahren in der Oralchirurgie mit einem gut beherrschbaren Risikoprofil. Mögliche Komplikationen wie Entzündungen oder Perforation der Kieferhöhlenschleimhaut sind selten und behandelbar.
In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollten erhöhter Druck in der Kieferhöhle sowie körperliche Belastung vermieden werden. Auf Rauchen ist aufgrund des negativen Einflusses auf die Knochenregeneration zu verzichten. Verordnete Medikamente sind konsequent einzunehmen und vereinbarte Kontrolltermine sind einzuhalten.